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EXKURS: Urängste über das Stammhirn (Reptilienhirn)

Warum Angst zur Spaltung der Menschen führt und wie können wir diese mit heutigen Mitteln beruhigen.

 

Ich habe mir lange Gedanken gemacht, warum Menschen, welche sich Freunde nennen oder Familienmitglieder sind, bei den heutigen Diskussionen und Pflichten bei unterschiedlichen Ansichten zu „Todfeinden“ werden. Die Angst der Menschen steht ihnen förmlich ins Gesicht geschrieben und ihre Aussagen sind heftig wie:

„Ich rede nie mehr mit einem Ungeimpften“ Aussage eines 70-jährigen Mannes in der Sauna.

„Die geimpften sollen verrecken“ Aussage einer Mutter, Frau im Facebook.

„Hast Du Deine Patientenverfügung schon gemacht!?“ Aussage eines CEO’s im Facebook.

„Ihr werdet schon sehen, wenn ihr alle krepiert in den nächsten 6 Monaten“ Aussage eines Journalisten im Facebook.

 

Ich glaube, dass es jedem von uns gelingt mit etwas Abstand, zu erkennen, dass diese Aussagen genährt von Angst in hasserfüllten Parolen mündeten, welche wenig mit der Realität unseres Lebens zu tun haben. Und trotzdem scheinen die Aussagen sehr authentisch über die Lippen dieser Menschen zu kommen. Dazu sind es gerade sehr viele Menschen, welche sich zu solchen oder ähnlichen Aussagen hinreissen lassen.

 

Was läuft bei uns ab? Was ist hier los? Warum schaffen es vermeintlich liebende Menschen, Freunde oder anständig druchs leben schreitende Menschen ihre Haltung nicht mehr zu wahren? Ich habe dazu eine These entwickelt, welche ich Euch gerne mitteilen möchte.

 

In meinem Grundstudium der Anatomie und später der Psychologie an der Inter-Universität in Graz interessierte mich das Verhalten der Menschen und deren Treiber. Einer davon waren die Ängste. Dabei stoss ich auf diverse Literatur über Hirnforschung, Ängste und auch Beobachtungen über Phänomene, dass Menschen trotz gleichen Einflüssen komplett unterschiedliche Reaktionen zeigten.

 

Als ich mich in den letzten Tagen hinsetzte und darüber nachdachte, was gerade mit den Menschen da draussen passiert, erinnerte ich mich an eine Überlieferung aus der Hirnforschung in Zusammenhang mit Ängsten. Es ging dabei um unser Stammhirn oder auch Reptilienhirn genannt. Dieses erste Hirn, welches wir Menschen haben, reagiere immer noch gleich wie zu Urzeiten. Die Evolution hat nicht das Hirn entwickelt, sondern uns neue Hirnbereiche dazu gegeben, so die Literatur und die Forschungen. Interessant! Somit haben wir in uns immer noch einen Teil, welcher wie zu Urzeiten Reaktionen auslöst. Was sind dies nun für Reaktionen insbesondere in Zusammenhang mit Ängsten? Die Literatur beschreibt 3 Arten von Urängsten wie folgt:

  • a) Todesangst verhungern zu können
  • b) Todesangst totgeschlagen oder gefressen zu werden, da ich keine starke Gruppe um mich habe
  • c) Todesangst infolge keinen sicheren, verschliessbaren Unterschlupf zu haben

 

Die Todesangst war zu Urzeiten real, da ein Überleben nur in Gruppen (schutz vor anderen), mit entsprechendem Essen und Höhle sicher war. Heute sieht dies etwas anders aus, ist jedoch immer noch in uns vorhanden.

 

Übersetzt auf die heutige Zeit bedeutet dies folgendes:

  1. Wenn ich mir nicht erlaube meinen Kühlschrank mit essen gefüllt zu erleben und Schalen mit Früchten aufstelle, habe ich latent immer die Angst in mir verhungern zu können.
  2. Wenn ich mich nicht in einer starken Gruppe wie Arbeitsplatz, Familienclan, Freundeskreis, Sportverein aufgehoben fühlen, habe ich steht das Gefühl alleine, wehrlos zu sein und habe latent die Angst gefressen oder totgeschlagen zu werden.
  3. Habe ich kein Zuhause, in welche ich mich sicher fühle in dem ich die Türe schliessen kann z.B. habe ich steht latent das Gefühl verschleppt und getötet zu werden.

 

Oh hoppla! Jetzt kommen wir einer möglichen Ursache, warum Menschen, die sich vermeintlich nahestehen, plötzlich in solch heftige Wortgefechte sich verstricken. Geht es hier um Todesangst infolge Ausschlusses aus einer Gruppe? Müssen die Menschen nun ein Gruppe wehement verteidigen und sich auch über sich Impfen oder nicht Impfen einer Gruppe anschliessen?

 

Diese These wird durch den Umstand, dass die Politik in keiner Form beruhigende Worte für die Bevölkerung finden gestärkt. Gegenteil Sie kommunizieren laufend über Szenarien, welche real nicht stattfinden, jedoch die Menschen in Ihren Ängsten massiv berührt und somit entsprechede Reaktionen auslösen. Wir haben keine Übermortalität, die Menschen fallen nicht Tod um auf der Strasse, die Impfungen lösen das Problem einer Ansteckungsgefahr von einem Bakterium nicht. Dies wissen wir alle und doch wollen die Menschen aus Angst ausgeschlossen zu werden sich einer Impfung oder einem Certifikat unterwerfen, oft nur damit sie quasi sich wieder einer Gruppen angeschlossen fühlen. Leider funktioniert dies nicht! Es wird das Stammhirn nicht befriedigen, sondern weiter in der Angst lassen und die Signale senden.

 

Was können sie stattdessen tun?

Damit Ängste der Art des Stammhirnes besänftigt werden empfehle ich Ihnen folgendes:

 

a) Kaufen Sie sich Vorräte und haben Sie Ihren Kühlschrank stehts gefüllt mit gesunden und guten Nahrungsmitteln. Stellen Sie Obst oder anderes für sichtbar bei Ihrem Arbeitsplatz, in der Küche, im Wohnzimmer auf, damit Sie diese immer sehen können.

b) Schreiben Sie eine Liste mit Menschen auf welche Sie wirklich zählen können. Jeder einzelne, der Ihnen in Not sofort und bedingungslos helfen würde. Es sollten mindestens 10-12 Stück sein. Rufen Sie diese an und treffen Sie dies regelmässig. Gehen Sie mit Ihnen ein Picknick machen, tanzen Sie mit ihnen auf der Wiese und vergewissern Sie sich, dass diese Gruppe stark ist und für Sie da ist, wenn Sie in Not wären. Da gehören alle Arten von Menschen dazu. Hauptsache sie haben dass Gefühl, dass Sie für Sie einstehen.

c) Schauen Sie, dass Ihre Wohnung, Ihr Haus Ihnen Schutz bietet. Vergewissern Sie sich, dass Sie alle Türen und Fenster schliessen oder gar verriegeln können. Richtigen Sie es sich gemütlich und heimelig ein. Kaufen Sie sich Kerzen, kuschlige Decken so dass Sie sich jederzeit wohl fühlen.

 

Ich bin mir sicher, dass Sie, wenn Sie meinem Rat folgen, viel mehr Sicherheit und Geborgenheit empfinden werden. Meine Hoffnung darin besteht, dass Sie dadurch mit sich mehr Frieden und Wohlsein leben können.

Gerne berate ich Sie auch ganz persönlich in Ihren Ängsten untere anderem. Ich freue mich auf Sie und sei Sie es sich wert.

 

Herzlichst

IHR Daniel Schwander

 

 

Link: «Wave to Day» – Ausgabe September 2021

 

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