«Wave to Day» – Ausgabe November 2019 - BIONFOMED
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«Wave to Day» – Ausgabe November 2019

Liebe Klienten, Freunde und Bekannte

Gerald Hüther (der bekannte Hirnforscher) sagte, dass sich in der Evolutionstheorie eine Spezies nur teilt, wenn sie sich in Gefahr befinde. Die Trennung der in Not geratenen Spezies festigt so sein Überleben. Ganz nach dem Motto: Zu Zweit sind wir stärker. So vertieft sich die Ansicht, dass alles aus der Frau entsteht und der Mann die Daseinsberechtigung darin hat, der Frau zu dienen und ihr in der Not zu helfen.

Schnecken zum Beispiel leben nicht in Gefahr, denn sie machen eine Million Eier und leben einfach weiter. Schnecken sind Zwitter und brauchen deshalb kein Männchen und Weibchen. Die Evolution produziert erst dann ein Männchen und ein Weibchen, wenn eine Spezies sich anders weiter entwickeln muss.

Die Theorie besagt weiter, dass wir Menschen in den grossen Weltkriegen des letzten Jahrhunderts nur deshalb so viele Männchen produziert haben, um die Frauen zu beschützen, die zuhause bleiben mussten, um sich dort dem Häuslichen und der Brut anzunehmen. Dummerweise kamen die Männchen nicht zurück, weil sie in den Kriegen umgekommen sind. Entgegen früherer Zeiten, als die Männchen noch mit Fäusten oder Schwerter aufeinander los gegangen waren, gab es in den beiden Weltkriegen plötzlich Massenvernichtungswaffen, denen die Männchen schutzlos ausgeliefert waren. Die Produktion eines solchen Männchens war viel aufwändiger geworden und brauchte plötzlich viel mehr Aufmerksamkeit von Seiten der Weibchen als früher.

Also ging die Strategie der Weibchen nicht mehr auf: Ich produziere ein Männchen, damit ich von ihm beschützt werde. Das wiederum führte in der Folge zwingend zu einer Strategie-Änderung der Weibchen, selbst wenn ihnen das nicht bewusst war. Das Männchen musste umerzogen werden, dass es nicht mehr kämpfen gehen wollte. So entstand in den 50er und 60er Jahren die Peace- und ‘Make Love, not War’-Bewegung.

Das jedoch hatte sich in der Folge als Fehlentscheidung heraus gestellt. Es ist im Urtrieb eines Männchens angelegt, dass es von zuhause fort gehen muss, um neues Land zu entdecken, zu kämpfen und das Land zu befrieden und sagen zu können «ich bin ein Held»! Wenn das Männchen plötzlich ‘entmündigt’ und kastriert wird, führt das zu massivsten Konflikten. Es entwickelt sich zum ‘Sesselkleber’ und Softie. Das Männchen seinerseits wird zutiefst unzufrieden und eiert in der Gegend umher, fängt alle möglichen Scharmützel und ‘Kleinkriege’ an und wird ein absolut unangenehmer Geselle.

Die Weibchen hatten sich also ins eigene Fleisch geschnitten, mit dieser unbewussten Strategie-Änderung, das Männchen zuhause anbinden zu wollen.

Fazit: Es ist wichtig geworden, dass die Gesellschaft einen neuen Mann erfindet und eine neue Frau. Der Mann darf wieder in Ehren ‘Kriege’ führen, jedoch nicht im Sinne von kämpfen und töten, sondern im Sinne von, für sich einstehen, für das Gute schauen, für Harmonie, gute Beziehungen, usw.

Als in den 80er Jahren die emanzipierten Weibchen den Macho wieder aus der Versenkung holten, waren die Männchen zutiefst verunsichert. Die Manifestation der Frauen, dass die Präferierung des Softies eine Fehlentscheidung war, machte die Gegenbewegung der Frauen sichtbar. Die Weibchen hatten die Männchen ‘manipuliert’ und der Mann liess es in seiner Not zu, um den Weibchen zu gefallen.
Diese Gegenbewegung der Frauen empfanden die Männer als zutiefst verletzend und zwang sie ihrerseits zur Abgrenzung in der Kommunikation und im Verhalten. Der Mann kann gar nicht anders als der Frau zu dienen, denn er sieht in seiner Existenz nur dann eine Berechtigung, wenn die Frau ihn braucht. Nach dieser Theorie – immer voraus gesetzt, diese Theorie ist stimmig – geht es ohne den Mann in der Menschheit nicht.

Weil aber die Kommunikation zwischen Mann und Frau im Argen liegt – beide wissen nicht, wie gewaltfrei kommuniziert werden muss in der Beziehung (und alles ist Beziehung) – gibt es ganz viele Missverständnisse und Konflikte. Das Thema Kommunikation werde ich in einer anderen Ausgabe meines Newsletters berichten.

Ziel des neuen Mannes ist es also, Eigenständigkeit, Selbstverantwortung und wieder in seiner Schöpferkraft zu leben – in seiner Uressenz – angewendet auf die heutige Zeit. Der Mensch beginnt zu verstehen, dass er die Massenvernichtungswaffen gar nicht einsetzen will und die Überproduktion nicht braucht um glücklich zu sein. Der Mensch beginnt zu begreifen, wenn unsere Gesellschaftsordnung eine Chance haben soll zu überleben und diesen Planeten zu retten – der unser Raumschiff ist und das einzige Gefährt, das wir haben – muss sich ein grundlegendes Verständnis in der Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und im Naturschutz etablieren.

Die Form der Kriege hat sich auf der Erde inzwischen geändert. Der 2. Weltkrieg in seiner Form ist zu Ende. Doch der 3. Weltkrieg ist in vollem Gange und tobt seither mit seinen vielfältigen lokalen Krisenherden in unverminderter Härte.
Seit einigen Jahr ist eine neue Form der Kriege hinzu gekommen. Neu gibt es jetzt auch den stillen Krieg, der vom Ausschlachten der Menschen handelt: Dem Krieg zwischen den Geschlechtern (der eine direkte Folge der veränderten Wahrnehmung der Frauen nach den grossen Kriegen ist und zu einem Prozess der Bewusstwerdung geführt hatte) und dem Wirtschaftskrieg (die Flüchtlingsströme), der von uns Menschen ganz andere Skills erfordert. In der Kommunikation zwischen Mann und Frau werden wir in einem gesonderten Beitrag näher eingehen.

Unsere Werte müssen wieder mehr in den Vordergrund gerückt werden. Werte wie z.B. «Ich bin ein König in mir, ich schaue, dass es in meinem Umfeld harmonisch läuft, ich schaue, dass es meinen Kindern gut geht. Und zwar nicht im Sinne von ‘sie haben alles’, sondern im Sinne von sie zu stärken auf ihrem Weg.»

Wertigkeit ist also wieder gefragt, weg vom Materialismus, hin zur sozialen Neuorientierung, oder wie Christoph Pfluger es in seinem neuen Buch sagt «Die Strategie der friedlichen Umwälzung».

Damit ein neues Ganzes entstehen kann, braucht es Zusammenarbeit, braucht es eine «organische Nachbarschaft». Das Individuum muss wieder mehr gestärkt werden. Nicht ‘ich sage Dir was Du zu tun hast’, sondern Eigenverantwortung, Selbstbestimmung und Wertschätzung sind gefragt, Achtsamkeit und Respekt der Natur und den Menschen gegenüber. Diese Dinge müssen transformiert werden in ’sag mir, was Du brauchst und ich bin für Dich da’.

Die Mann-Frau Beziehung aber auch im Setting mit den Kindern beschäftigt mich stark, weil unser System überhaupt nicht darauf ausgerichtet ist, dass sich Menschen verstehen, dass ein Zusammenwirken der Interessen stattfindet. Unser System ist immer noch auf Konfrontation ausgerichtet, auf Krieg, und dieses Verhaltensmuster muss sich ändern, schnell.

Wenn jemand ein Problem hatte, konnte er es selten verbal lösen, da man fast keine Hilfsmittel hatte. Man meinte erst Gewalt anwenden zu müssen (wie im Mittelalter) um zu seinem ‘Recht’ zu kommen. Die gewaltfreie Kommunikation eines Marshall Rosenberg’s ist erst in den 60er-Jahren entstanden, die es den Menschen ermöglichen sollte, so miteinander umzugehen, dass der Kommunikationsfluss zu mehr Vertrauen und Freude am Leben führt (https://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltfreie_Kommunikation).

Eines der wichtigsten Werte in der Kommunikation zwischen Mann und Frau ist, dass heute ein anderes Verständnis von Austausch, von Miteinander im täglichen Leben angesagt ist. Früher, als die Frau wirtschaftlich noch vom Mann abhängig war, konnte er ihre Handlungsweise durch Sprache und Ton im Kontext bestimmen und sie war an seine Weisungen gebunden.

Das ist zum Glück endlich vorbei. Heute hat sich dieser Umstand der wirtschaftlichen Abhängigkeit einer Frau zwar verändert – sie ist nicht mehr auf den Mann angewiesen – doch hat diese Selbständigkeit viele Frauen irrtümlicherweise in den Glauben versetzt, es brauche jetzt gar keine Kommunikation mehr. Doch wie soll das soziale Leben in der Gemeinschaft funktionieren, wie soll ein zweckgerichtetes Zusammenwirken von Personen oder Systemen mit gemeinschaftlichen Zielen wirken, wenn kein Austausch auf Basis von Respekt und Hingabe mehr möglich ist?

Irritierend in dem Zusammenhang ist auch eine kürzlich gesichtete Werbung einer bekannten Krankenkassen auf Männer bezogen, die nicht mehr miteinander reden (müssen), weil man ja alles ‘heutzutage online erledigen kann’. Welch ein irreführender Ansatz in die falsche Richtung. Was sich die Macher dabei wohl gedacht haben? Da braucht es unbedingt eine Gegenbewegung.

In diesem Sinne rufe ich Euch alle dazu auf, in Eurem Umfeld den Menschen gegenüber präsent zu bleiben, die ein offenes Ohr und nicht immer einen Rat zur Problemlösung brauchen, sondern nur jemanden, der ihnen zuhört!

Herzlich
Ihr Daniel Schwander
und Team BIONFOMED

 

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Author: hegas
Art Director, Photographer, Geschichtenerzähler und WOrtspüler, für BIONFOMED als Schreiberling und Hof-Fotograf anwesend und arbeitet unter anderem am Neuigkeiten-Brief.

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